Storytelling
Ja, Storytelling ist in der Werbebranche extrem wichtig. Aber was soll denn das überhaupt sein?
Beim Storytelling geht es darum – was für eine Überraschung – eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte um zum Beispiel ein neues Produkt. Warum es so toll ist und man es unbedingt kaufen muss. Hierbei zielt das Storytelling auf die emotionale Ebene. Nehmen wir das Beispiel von Marlboro Zigaretten: Der Cowboy der durch die Prärie reitet und sich im Sonnenuntergang eine Zigarette anzüdet. Dann der Spruch “Come to Marlboro Country”. – Das weckt die Sehnsucht nach Freiheit, Grenzen- und Gesetzlosigkeit, Entspannung und einem bisschen Abenteuer. Als Kind der 80er kenne ich den Marlboro-Man natürlich. Wie oft habe ich ihn im Kino oder auf Plakatwänden gesehen? Hunderte oder sogar tausende Male.
Nun gut. Storytelling macht also insofern Sinn, dass es Emotionen weckt und man etwas damit assoziiert. Es geht aber auch darum, dass man eine Art “roten Faden” generiert, dem man folgt. Wenn man also meine Websites als Beispiel dazu nehmen möchte: Was ist die Story? Welchen roten Faden haben wir hier?
Das ist gar nicht mal so einfach 😉 Vor allem wenn man meine alte Firmenwebsite (unter www.herrweber.ch) anschaut und nun diese Website respektive diesen Blog hier. Klar, man sieht parallelen im Design, aber darum geht es nicht. Es geht um die Inhalte, welche vermittelt werden.
—STORY—
Hier im Blog geht es um einen Typen, der erst grad Vater geworden ist und gemerkt hat, dass der Tag halt nur 24h hat und er nicht mehr alles unter einen Hut bringen kann. Also schliesst er seine Firma, welche aus einem Hobby entstanden ist und setzt seinen Fokus auf die Familie. In den wenigen freien Momenten (ja hier muss es etwas dramatisch klingen 😉 ) hält er seinen Senf zum alltäglichen Geschehen in seinem Blog fest. Nicht für irgendwen, sondern für die, die es interessiert. Es sind zum einen Themen aus dem Leben, zum anderen hat das Thema Kochen und Grillieren einen grossen Platz in diesem Blog.
—/STORY/—
So, nun haben wir mal einen Umriss zur Story. Das kann schon mal ein gewisses Grundinteresse wecken – wirklich interessant wirds aber erst, wenn die Texte spannend und lesenswert geschrieben sind. Ich bin kein Texter. Wirklich nicht. Ich schreibe aber gerne Blogs. Aber eben: Hauptsächlich schreibe ich das Ganze für mich selber. Wenn mich dann mal jemand auf die Texte anspricht oder sie sogar gut findet, dann freut mich das umso mehr. Trotzdem bin ich kein Texter. Ich mache es nur hier gerne. Weil ich hier schreiben kann, was ich denke und zwar so, wie ich will. Es kann sein, dass ich einen Blogbeitrag innerhalb von wenigen Minuten fertiggeschrieben habe – in der Regel dauert aber ein einzelner Beitrag mehrere Tage, wenn nicht Wochen. Machmals hat man aber auch einen Flow, so wie ich jetzt gerade in diesem Moment. Ich kann einfach hier sitzen, nachts um halb 12 und schreibe diesen Text, ohne zu wissen, wohin es mich führen wird. Klar, ich habe ein paar Aufhänger, an denen ich mich orientiere, sonst käme ich einmal vom Thema ab und das wars dann…
Hier der nächste Aufhänger: Bildmaterial. Gutes Bildmaterial ist extrem wichtig. Ich rege mich dann jedesmal auf, wenn ich zum Beispiel was gekocht habe und keine Fotos von speziellen Momenten gemacht habe. Also darf ich das Ganze dann nochmals machen, damit ich die Fotos dann entsprechend machen kann. Vor kurzem habe ich mir “Magic Dust” – eine Gewürzmischung für Fleischmarinaden – selber gemacht. Anfangs habe ich noch daran gedacht, dass ich dann noch Fotos machen muss – aber es ist dann vergessen gegangen. Tja, als ich dann fertig war, habe ich das volle Gewürzglas dann noch fotografiert, damit ich überhaupt was habe, was ich dann zeigen kann. Zum Glück muss ich sowieso nochmals Magic Dust mischen, dann kann ich die Fotos dann noch machen.
Wichtig ist, abschliessend, dass man authentisch rüberkommt. Es macht keinen Sinn, wenn man sich irgendwas aus den Fingern saugt, das weder Hand noch Fuss hat. Mir ist es wichtig, dass ich hier schreiben kann, wie ich bin und wie ich will. Ich hab keinen Nerv, hier auf meiner Website eine Show abzuziehen, die es nicht gibt. Das würde auch sehr schnell auffallen, wenn man mich dann mal im Real Life treffen würde und dann die grosse Überraschung kommt. Mogelpackungen gibt es leider schon viel zu viele, da muss ich hier nicht noch eine machen ;-).